Nun schlaegt es 13 beim Ueberwachungs und Onlinewahn unseres Staates und der Krankenkassen, ich dachte ich lesen nicht richtig als ich den Artikel gelesen habe, in Bayern ist es nun so, dass Notaerzte alle Patientendaten online in eine Formular hacken muessen. Bestehen sie auf der Einhaltung ihrer Schweigepflicht, koennen sie die Behandlung nicht abrechnen! Eine Betroffene Aerztin macht ihrem Aerger Luft:
Ich bin Notärztin in Bayern und wie alle anderen Notärzte haben wir unsere Einsätze mit den üblichen Praxisprogrammen abgerechnet. Unsere Einsätze sind auf einem DIN-A3 Bogen (dem bundeseinheitlichen DIVI-Protokoll) dokumentiert, das hat noch 2 Durchschläge, das Original ist für den Krankenhaus-Kollegen, ein Durchschlag für die eigenen Aufzeichnungen und ein dritter, der eigentlich für QM-Maßnahmen und Auswertungen vorgesehen war und bei dem persönliche Patientendaten bereits geschwärzt sind. Diese Protokolle muss ich 10 Jahre aufbewahren und sie dürfen für Dritte nicht zugänglich sein. An Patienten-Daten bekam die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) bisher die Versicherungsdaten mit Diagnose zu Abrechnungszwecken.
Ab Januar 2010 soll der Notarzt das gesamte Einsatzprotokoll namentlich in ein WEB-Portal online bei der KVB eintippen. D. h. alle Patientendaten (Krankheitsgeschichte, Blutdruck, Medikamente, durchgeführte Maßnahmen, genaue Einsatzörtlichkeit, Zielklinik etc.) sollen in dieses Portal eingegeben werden. Was dann mit den Daten passiert, kann kein Notarzt mehr beeinflussen, d. h., Missbrauch ist eigentlich Tür und Tor geöffnet. Es sollen verschiedene Zugriffsrechte vergeben sein und somit die Daten “sicher” sein. Das Ganze dient der “Qualitätssicherung” und “QM”. (Qualitätsmanagement)
Wer keine Daten eingibt, bekommt für seinen Einsatz auch kein Geld, also arbeitet umsonst. Damit werden die Ärzte also zur Eingabe der Daten zwangsverpflichtet. Die Ärzte werden also meiner Meinung nach zum Bruch ihrer Schweigepflicht genötigt (Die Daten eines Einsatzes gehen normalerweise niemand Dritten etwas an und schon gar nicht online und nicht anonymisiert.)
Und zum anderen ist nicht einmal eine offline Version vorgesehen, d. h., ich muss bei jeder Eingabe online sein. Einen Trojaner oder anderes Ungeziefer kann man als Normal-User doch nie 100% ausschließen, trotzdem soll der Arzt garantieren, dass er “clean” ist, egal, von welchem Rechner er sich einloggt. Auch können die Daten nur personalisiert eingegeben werden. Angeblich sei das “datenschutzrechtlich” unbedenklich und der Datenschutzbeauftragte in Bayern hätte nichts dagegen.
Zugangsvoraussetzungen: Computer mit Internetanschluss … Abfrage fürs Log-In: Benutzername/Kennwort und dann noch drei Zahlen/Buchstaben einer “Gridkartentabelle”, also aus einer Tabelle mit Spalten von A-J und Reihen von 1-5, Groß-Kleinschreibung egal
Ueberall werden sensible Daten auf irgendwelchen Servern gespeichert, wie oft das daneben geht ist jedem klar und die Aerztin fragt sich auch wo in aller Welt hier Sicherheit gegeben sein soll, wenn der Benutzername fuer alle Anwender leicht zu merken, aus einer Kombination aus dem Geburtsdatum, den Initialen des Arztes und lediglich wenigen Ziffern besteht?
Wenn niemand weiss was mit den Daten passiert und wer legalen Zugriff auf diese hat, vom illegalen Zugriff einmal ganz zu schweigen.
Wann wacht Deutschland endlich auf?
Quellen: aerztezeitunginfranken.de