Wenn man sich immer wieder fragt, wieso muessen Sperren her, wieso greift man sich nicht die Hintermaenner bei illegalem Material dem moechte ich nun eine kleine Geschichte erzaehlen.
Wieder einmal wurde auf nopaste.info Muell in Form von Kreditkartennummern und persoenlichen Daten gefunden, also was macht der rechtschaffende Admin?
Er informiert das LKA via Onlineformular.
Ein paar Stunden spaeter ein Anruf auf dem Handy ohne Rufnummernanzeige, hier die sinngemaesse wiedergabe:
Guten Tag, mit wem spreche ich?
Naja mit wem wollen Sie denn sprechen?
Mit dem Herrn Milan Berger
Joa, mit dem sprechen Sie, wie kann ich Ihnen weiterhelfen?
Das ist mir ja noch nie untergekommen das man sich nicht gescheit meldet, vor allem nicht wenn man beim LKA eine Nachricht hinterlassen hat
Fand ich schon ein wenig witzig, aber ok. Der Rest des Gespraechs verlief eigentlich recht positiv und mir wurde gesagt der Vorfall geht an die Kollegen aus Nuernberg. Naja da war so ein Fall schon einmal, das wurde dem Beamten mitgeteilt und dieser wollte dann ein wenig mehr Druck ausueben, denn einfach im Sand verlaufen lassen geht ja nicht.
Einige Zeit spaeter wieder ein Anruf, wieder mit unterdrueckter Nummer, aber hier konnte sich der Kollege direkt vorstellen, wie mir das normalerweise unterkommt.
Der Kripobeamte wusste wovon er redet, auch wenn er kein Pastbin kennt, aber das ist ja nicht weiter schlimm, ganz im Gegensatz zu seinem Kollegen vor einem halben Jahr. Dieser hatte zufaelligerweise den Fall auch an den Beamten weitergeben den ich am Ohr hatte, so nun zum eigentlichen.
In einem solchen Fall kann nur der Einsteller belangt werden, dieser kam aber ueber einen Proxy, schoen und was ist mit den Leuten die sich den Kram angeschaut haben?
Sehr wohl wissend das man nicht durch Zufall auf eine Seite wie http://nopaste.info/dfca456b2e.html kommen kann, da die ID crypted ist und die Seiten nicht indiziert werden, sondern hier direkt ein Link aus einer dubiosen Quelle geklickt werden muesse.
Diese kann man nicht belangen, denn das anschauen alleine ist keineswegs strafbar, auch wenn es ein aktuelles BGH Urteil gibt aendert das nichts an dieser Tatsache.
Man koennte nun alle IPs an die Staatsanwaltschaft geben, diese muesste im Fall von 2 Seiten ca. 500 IPs auswerten und das wird wohl eher nicht geschehen und so verlaeuft sich das ganze einfach.
Einiges mehr habe ich aus dem Gespraech noch entnommen, das moechte ich aber nicht bloggen.
Wenn ich mir nun ueberlege das es bei Kipo nicht anders sein wird, dann kann man sich denken wieso alle hier nach Sperren schreien, bringen wird es nichts, das ist jedem klar, aber es macht einfach viel weniger Arbeit ein paar Seiten in eine Liste zu hacken und nicht einfach mal versuchen jemanden Dingfest zu machen.